Am vergangenen Wochenden standen die Ulmer Baseballer erstmals in einem Bundesliga Spiel den direkten Nachbarn aus Heidenheim, den Heideköpfen gegenüber.

Wenngleich beide Spiele gegen den amtierenden Deutschen Meister Heidenheim als verloren in die Bilanz eingehen, so können sie dennoch als kleiner Erfolg für die Falken gesehen werden, konnten sie doch in beiden Spielen über große Strecken mit dem vermeintlich übermächtigen Gegner mithalten und ihre Qualitäten unter Beweis stellen.

 

Der Anfang des aufgeteilten Doppelspieltags wurde bereits Freitagabend in Heidenheim gemacht. Und da verloren die Falcons dieses Spiel mit 4:5 zur Überraschung vieler Baseball-Experten sehr knapp, die mit so einem Ausgang der Paarung Aufsteiger gegen Titelträger nicht gerechnet hatten.

Bis ins dritte Inning konnten beide Offensiven im Schwabenderby nichts Zählbares auf die Anzeigetafel bringen. Der erste Run gelang dann überaschenderweise den Falken, die durch einen Walk für Duncan Izaaks und Hits von Kruno Gojkoic sowie Josh Petersen den ersten Punkt des Abends zum 1:0 markieren konnten. Doch nur einen Spielabschnitt später gelang es der statistisch gesehen besten Offensive der Bundesliga Süd, gegen den stark aufgelegten Ulmer Pitcher Antonio Horvatic durch zwei Zähler mit 1:2 die Führung zu übernehmen. Ein Solo-Homerun von Nationalspieler Sascha Lutz am Ende des fünften Innings und ein Hit in Inning sieben ließen die Heideköpfe auf 4:1 davonziehen, und alles sah nach dem erwarteten klaren Ausgang der Begegnung aus. Doch beim letzten Angriff Anfang des neunten und letzten Innings konnten die Gäste von der Donau dann doch noch Zählbares auf die Anzeigetafel bringen. Nach einem Walk, sowie Hits von Efthimios Flüge und Robin Budzinski konnten die Falken, begünstigt durch zwei Fehler der Heidenheimer Defensive, zum 4:4 ausgleichen, und eine kleine Sensation lag in der Heidenheimer Luft. Doch im Rückschlag packte der amtierende deutsche Meister seine ganze Routine aus. Philip Schulz kam per Walk auf die erste Base, konnte im Anschluss mit einem sehr gewagten Spielzug die zweite Base „stehlen“, und brachte nach einem Error, der ihn an die dritte Base vorrücken ließ sowie einem Wild Pitch des Ulmer Werfers den Siegpunkt zum 4:5 über die Platte.

Sechs Ulmer Hits standen gerademal sieben Hits der Heideköpfe gegenüber, was unter anderem auf das starke Pitching des Kroatischen Duos Antonio Horvatic (5 IP, 3 ER, 4H) und Kruno Gojkovic (3 IP, 2R/1ER, 3H) zurückzuführen ist, die die wohl schlagstärkste Offensive der Bundesliga Süd über die ganze Partie hinweg gut in Schach hielten; gepaart mit einer nahezu fehlerlosen Feldverteidigung der Ulmer Falcons, die die Offensivbemühungen der Heidenheim Heideköpfe nicht zur Entfaltung kommen ließ.

 

Spiel zwei, ausgetragen in Ulm am Samstagnachmittag, begann dann ebenfalls spannend, obwohl Heidenheim bereits im ersten Angriff nach zwei Hits, sowie einem Sacrifice Fly mit 1:0 in Führung ging. Daran änderte sich auch bis zum dritten Inning nichts, und erst zu Beginn des 4 Spielabschnittes konnten die Gäste, begünstigt durch einen folgenschweren Fehler der tags zuvor noch so sattelfesten Ulmer Feldverteidigung, auf 4:0 erhöhen. Es dauerte bis zum Ende des fünften Innings, wo die Gastgeber dann selbst Zählbares auf die Anzeigetafel bringen konnten: Carlos Figuerdo erreichte nach einem mächtigen Schlag ins Outfield die zweite Base und nach einem RBI Single von Efthimios Flüge kam der erste Run der Ulmer zum Stand von 4:1 über die Homeplate, der im Übrigen der einzige Run der Falcons war, den sie gegen den für Heidenheim stark werfenden US-Amerikaner RJ Hivley erzielen konnten. Die Heideköpfe konnten ihre Führung in der Folge kontinuierlich ausbauen, bis zum Spielstand von 1:9 im 9. und letzten Spielabschnitt. Doch wie auch schon in vorangegangenen Partien besannen sich die Falcons auf ihre offensiven Qualitäten und nutzten beim Rückschlag dieses letzten Innings ihre Chancen zum Punkten. Nach einem Walk für Kruno Gojkovic, Hits von Josh Petersen und Arthur Müller, sowie einem erneuten Double von Carlos Figuerdo konnten sie auf 9:4 verkürzen, ehe die Heidenheimer mit dem dritten und letzten Aus die Aufholjagd der Ulm Falcons abrupt beendeten.

Mit 16 Hits stellten die Heidenheim Heideköpfe in Spiel 2 ihre Offensivkraft zur Schau, der Ulm selbst nur sechs entgegensetzen konnte. Fünf Fehler in der Defensive hatten großen Anteil daran, dass Spiel zwei nicht an das am Vorabend Gezeigte anknüpfen konnte, was aber die Leistung des Aufsteigers Ulm Falcons, dem vermeintlich übermächtigen Gegner zumindest teilweise auf Augenhöge begegnet zu sein, in keiner Weise schmälern sollte.