Gleich viermal geht es in der Woche vor Pfingsten für die Mannen vom Donaustrand gegen einen der derzeit schärfsten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, die Stuttgart Reds, in der ersten Baseball-Bundesliga und in den ersten beiden Partien mussten die Falcons mit einem Split zufrieden sein. Während es in der ersten Begegnung, die am vergangenen Mittwoch im DB-Ballpark in Stuttgart ausgetragen wurde, zu einem überlegenen 11:2-Erfolg gegen die bis dato punktgleichen Stuttgart Reds reichte, gab es beim Rückspiel am Vatertag im eigenen Ballpark eine vermeidbare 6:8-Niederlage. Damit konnten sich die Falcons nicht weiter vom Tabellenende absetzen, zumal die Saarlouis Hornets mit einem überraschenden Split in Mainz nun ebenfalls auf 3 Siege bei elf Niederlagen kommen.

Der Mann des Abends am Mittwoch war mit Sicherheit „Timmi“ Flüge, der mit seinen beiden Homeruns im dritten und neunten Inning für 5 RBIs sorgte. Dem standen Carlos Figueredo mit seinem Solo-Homerun im 5 Inning sowie Klaus Nicolici und Joshua Petersen mit jeweils zwei Hits und RBI’s nicht viel nach. Es war überhaupt einen der stärksten Leistungen, die die Spatzen in dieser Saison auf den Platz brachten. Solides Pitching von Toni Horvatic (6 IP, 5 H, , 2BB, 6 K) und Kruno Gojkovic (3 IP, 1 H, 1 BB, 5 K) waren die Basis für eine nahezu fehlerfreie Vorstellung  der Falken, die sich auch durch den Auftakt-Homerun vom Stuttgarter Shortstop Daniel Zeller nicht aus der Ruhe bringen ließen. Es dauerte bis zum dritten Inning, wo nach Hit von Klaus Nicolici der Anschlusspunkt über die Homeplate kam, und mit zwei Läufern auf Base beförderte Timmi Flüge das Spielgerät erstmals aus dem Stadion, und somit lag Ulm mit 1:4 in Führung. Und die sollten die Gäste von der Donau dann nicht mehr aus der Hand geben. Den Anschlussrun für die Reds beantwortete Carlos Figueredo mit seinem Solo-Homerun, und er beendete damit auch den Arbeitstag von Pitcher Ruben Kratky, der von Matthias Schmidt abgelöst wurde. Dem erging es gegen die an diesem Abend schlägkräftigen Falken wie den weiteren Reliefpitchern Daniel Zeller und Marcel Hering auch nicht viel besser. Satte 13 Hits standen am Ende der Begegnung für die Ulmer zu Buche, und Stuttgart hatte da gerade mal 4 Treffer erzielt, was für an diesem Abend herausragende Pitcherleistungen und eine solide Feldverteidigung spricht. Und es blieb dem an diesem Abend herausragenden Timmi Flüge vorbehalten, mit seiner zweiten „Bombe“ den umjubelten 2:11-Endstand zu markieren.

Somit hatten es die Falcons am darauffolgenden Vatertag vor heimischer Kulisse in der Hand, sich ein wenig Tabellenluft zu den Stuttgart Reds zu schaffen. Das Unheil nahm allerdings schon früh seinen Lauf, als Stuttgart im ersten Inning nach einem Wild Pitch des neuen Ulmer Werfers José Pimentel (5 IP, 8 H, 6 ER, 4 BB, 2 K) das 0:1 über die Platte brachte. Ulm antwortete postwendend: mit Josh Petersen und Duncan Issaks auf Base landete Carlos Figueredo einen 2-RBI-Triple und somit hatten die Gastgeber die Nase vorn. Doch leider nicht lange, denn die Gäste vom Neckar kamen ebenso schnell wieder zurück; nach einem Single von Danilo Weber und einem Error der Ulmer Feldverteidigung kamen drei weitere Punkte der Gäste für die Reds auf die Anzeigetafel, und diesem Rückstand sollten die Falken in der Folge ständig hinterherflattern. Im vierten Inning packten sie nach einem Triple von Weber und einem Double von Van Bergen zwei weitere Runs oben drauf, doch die Falcons gaben nicht auf. Nach einem SacFly von Josh Petersen verkürzte Ulm auf 3:6, und die letzten beiden Innings wurden nochmal richtig spannend.  Lukas Antoniuk nach Single und Timmi Flüge nach hit-by-pitch kamen auf Base, konnten bis auf die dritte bzw, zweite Base vorrücken, bis Gästepitcher Jesus Parra (9 IP, 10H, 6 ER, 3 BB, 7 K) mit dem dritten Aus die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Aufholjagd vorerst beendete. Diese Hoffnungen schwanden in der Folge umso mehr, als die Reds in der oberen Hälfte des letzten Innings 2 weitere Punkte zum Stand von 3:8 markierten. Doch die Falcons kamen nochmal zurück: nach Single von Gojkovic erzielte Pimentel den Anschlusspunkt zum 4:8, Gojkovic scorte nach Error zum 5:8, Antoniuk kam nach Single auf Base, Figueredo punktete nach RBI-Double von Flüge zu 6:8, Flüge und Antoniuk waren auf Base zwei und drei vorgerückt, und der Winning Run war bei zwei Aus am Schlag. Doch Parra, der in den 9 Innings sage und schreibe 148 Pitches im Arm hatte, behielt die Nerven, schaffte das dritte Aus und beendete damit die Träume der Ulm Falcons auf ein gelungenes Comeback.  Zu allem Überfluss legte sich Antonio Horvatic nach einer Aus-Entscheidung an der ersten Base etwas zu heftig mit dem Umpire an, der ihn folgerichtig disqualifizierte, und somit wird der bisher beste Werfer der Ulmer in den folgenden wichtigen Begegnungen wohl zum Zuschauen verdammt sein.

Autor: A.A.