Nach den ersten beiden Begegnungen zwischen den Ulmer Falken und den Stuttgart Reds zu Beginn der baseballreichen zweiten Maiwoche kam es nach dem Vatertagsduell zum erneuten Showdown der beiden Teams. Und diese beiden Partien waren das nahezu identische Spiegelbild der ersten beiden Matches. Die Ulmer Falcons dominierten die Heimpartie nahezu nach Belieben und ließen den Gästen vom Neckar beim klaren 11:6-Erfolg nicht den Hauch einer Chance, um dann die zweite Partie nach spannendem Verlauf und nach 2 Extra-Innings mit 2:3 zu verlieren.

Für den für vier Pflichtspiele gesperrten Antonio Horvatic übernahm Routinier Georg Oberst  im ersten Spiel am Samstag den Pitcher-Mount, und der – um es vorweg zu nehmen –  machte seine Sache über 6 Inning und 101 Pitches sehr gut. Er ließ zwar 12 Hits seitens der Gäste zu, doch bis auf vier nicht zu verteidigenden Treffer und somit Runs kamen die Gäste mit seinen Pitches nicht klar, und so waren deren Hits meist Beute der an diesem Tag sehr sattelfesten Defensive der Hausherren. Abgelöst wurde Oberst von Kruno Gojkovic, der zwar 2 Runs zuließ, aber in den letzten 3 Innings 4 Strikeouts verbuchen konnte. Dazu hatte die Offensive der Falken an diesem Nachmittag ihr Visier bestens justiert. 16 Hits prasselten auf die beiden Stuttgarter Pitcher Conzelmann und Richards ein, und vom ersten Inning an packten die Falken Zählbares auf die Anzeigetafel. Erst im vierten Inning gelang den Reds der Anschlusspunkt zum 4:1, doch nur zwei Innings später kam es knüppeldick für Gäste. Sie konnte zwar nochmal auf 4:2 verkürzen, doch kamen sie bei strahlendem Sonnenschein in ein gewaltiges Schlaggewitter. Der an diesem Tag beste Ulmer Schlagmann Carlos Figueredo (4 von 5, 1 Run, 3 RBI’S) kam bei zwei Aus auf Base, gefolgt von Timmi Flüge nach hit-by-pitch, und ein Walk für Klaus Nicolici lud die Bases für den nächsten Schlagmann, Lukas Antoniuk. Und der fackelte nicht lange und brachte mit einem krachenden Linedrive ins Rightfield zwei Runner nach Hause. Und das Offensivfeuerwerk hatte seine Fortsetzung: ein Basehit von Thomas Geiger lud erneut die Bases, und Nicolici nutzte einen der 4 Stuttgarter Errors zum 7:2. Kruno Gojkovic sorgte mit einem hart geschlagenen Ball für zwei weitere Runs zum 9:2, und den Schlusspunkt der Rally markierte Figueredo mit zwei seiner RBI’s zum 11:2. Die Reds konnten in den verbleibenden Innings zwar noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, ohne jedoch den klaren Erfolg der Ulm Falcons ernsthaft zu gefährden. Beste Schlagleute neben Figueredo waren Kruno Gojkovic (3 von 5, 2 Runs 2 RBI, 1 BB, 1 SO) Lukas Antoniuk (2 von 4, 2 Runs, 2 RBI, 1 BB, 1 SO), Joshua Petersen (2 von 5, 2 Runs, 1 RBI, 1 BB) und Thomas Geiger (2 von 5, 1 Run, 1 SO).

Somit war die Ausgangslage klar für die Partie 2, die am nächsten Tag im DB-Ballpark der Stuttgart Reds über die Bühne ging. Mit einer ähnlich guten Leistung wie am Vortag sollte der dritte Erfolg im vierten Spiel möglich sein, der vorerst den 6. Tabellenplatz festigen würde. Das Spiel 4 allerdings eine ganz enge Kiste werden sollte, lag nicht zuletzt an der Leistung der beiden Pitcher Duncan Izzaks und dem „Neuen“ im Dress der Roten, Tim Brown, der für den zuletzt sehr gut gegen Ulm werfenden Jesus Parras an den Neckar gekommen war. Izzaks ging über gigantische 10 Innings bei 140 Würfen, ließ dabei nur 6 Hits bei 2 Earned Runs zu, und er verbuchte 8 Strikeouts. Brown kam auf 7 Strikeouts, 7 Hits und ließ dabei nur einen Hit zu. Für die Falken von der Donau begann das Spiel mit drei schnellen Aus durch Brown, sodass man bei den wenigen mitgereisten Ulmer Fans schon die ersten Sorgenfalten sah ob der vermeintlich überragenden Werferqualitäten des Neu-Stuttgarters. Im Rückschlag fingen sich die Falken nach einem Wild Pitch gleich mal den ersten Run der Gastgeber ein, und dann war auf der Anzeigetafel für drei weitere Innings Funkstille. Und das nicht unbedingt wegen des Stuttgarter Pitchings, auf das hatten sich die Donaustädter bald besser eingestellt; sie hatten in den Anfangsinnings durchaus sehenswerte Hits und brachten damit ihre Läufer mehrmals bis auf die zweite bzw. dritte Base, aber gut, hart und weit geschlagene Bälle landeten meist – ein wenig zu kurz geraten – in den Handschuhen des Stuttgarter Outfields. So kassierte man mehr als einmal das verflixte dritte Aus statt den Ausgleich über die Platte zu bringen. In der unteren Hälfte des 5. Innings brachte der an diesem Spieltag beste Stuttgarter Schlagmann Danilo Weber seinen Kollegen Denz zum 2. Punkt über die Platte. Doch gleich zu Beginn des 6. Innings kam der Ulmer Anschlusspunkt: Figueredo kam nach Error und Wild Pitch auf die dritte Base, und  Klaus Nicolici brachte ihn per Sacfly zum 1:2 nach Hause. Der Ausgleich zum 2:2 fiel dann im 8. Inning: Izzaks kam mit Single auf Base, erreichte nach Error die 3 Base und scorte nach Sacfly von Petersen. Somit war alles wieder offen, und keine Mannschaft schaffte den erlösenden Run innerhalb der regulären Spielzeit, und auch in den beiden kommenden Innings wurden aussichtsreiche Chancen nicht genutzt. Und so nahm das Schicksal in der unteren Hälfte des 11. Innings für die Falken seinen Lauf: Ruben Kratky gelang gegen den nun pitchenden José Pimentel ein Double, van Wyk brachte ihn per Single bei einem Aus auf die dritte Base, und Weber brachte mit seinem dritten Hit des Nachmittags den Siegpunkt für die Stuttgart Reds über die Platte. Beide Teams kamen gegen das starke Pitching auf jeweils neun Hits, sie ließen 8 (Ulm) bzw. 10 (Reds) Läufer auf den Bases stranden, und Stuttgart hatte dann schließlich trotz 3 Errors (Ulm 0) das glücklichere Ende für sich.

Autor: A.A.