Totgesagte leben länger… So könnte man den zweiten Heimspieltag der Ulm Falcons im Rahmen der Playdowns in der Bundesliga Süd umschreiben. Denn nachdem es gegen die Wirbelwinde aus Mannheim vor Wochenfrist noch nichts zu erben gab, meldete sich der Aufsteiger von der Donau mit zwei fulminanten Siegen gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn Saarlouis im Rennen um den Klassenerhalt eindrucksvoll zurück. Mit einem nicht erwarteten 14:3-Abbruchsieg im ersten und einem soliden 8:4-Erfolg im zweiten Spiel des Doubleheaders verkürzten die Falken den Abstand auf den Relegationsplatz 7 und sie haben nun alle Chancen, doch noch das rettende Ufer zu erreichen. Die wohl beste Saisonleistung machte diesen Erfolg möglich, und die Falcons zeigten sich in Angriff wie Abwehr von ihrer Schokoladenseite. Satte 11 Hits nach 7 Innings standen am Ende von Partie 1 zu Buche, wobei Lukas Antoniuk, der an diesem Spiel beste Schlagmann der Falcons, mit einem Homerun, einem Double und 4 RBI’s den Vogel abschoss. Die Pitcher der Gäste lagen den Ulmern; schon im ersten Inning gingen die Gastgeber mit 2:0 in Führung, begünstigt durch recht wilde Würfe des Starting Pitchers Peter Mick, der 3 Runner in Folge mit Walk und 2 mal hit-by-pitch auf Base ließ. Saarlouis konnte zwar in der oberen Hälfte des 2. Innings die Führung des Ulmer egalisieren und ihrerseits 3 Runs zum zwischenzeitlichen 2:3 erzielen, doch das war’s dann aber auch für die Hornets. Antoniuks Homerun bedeutete das 4:3 aus Ulmer Sicht und nach dem 5:3 durch Jesse Oberst war der Arbeitstag von Mick beendet. Doch auch der eingewechselte Tomlin Müller bekam die Offensive der Falken nicht in den Griff, wie im Übrigen auch die weiteren Werfer von der Saar, sodass die Ulmer Führung stetig wuchs. Anders Kruno Gojkovic, der in sechs Innings gerade mal 6 Runs hinnehmen musste, vier Strikeouts bei 3 Earned Runs verbuchen konnte. Georg Oberst machte am Ende als Closer den Sack zu, und so endete die erste Partie nach schon 7 Innings aufgrund der 10-run-rule. Neben der exzellenten Schlagleistung zeigten die Falken eine blitzsaubere Verteidigungsleistung; mehrere Double-plays sowie ein sicheres Outfield bei weiten Schlägen der Gäste taten dabei das ihrige.

Man konnte gespannt sein, wie sich die Gastgeber im zweiten Spiel des Nachmittags gegen den in Saarlouis stark agierenden Jake Levin anstellen würden. Und es ging gleich wieder los wie die Feuerwehr: Bei 2 Aus in der unteren Hälfte des ersten Innings nahm Josh Petersen Maß beim ersten Pitch und beförderte das Spielgerät zum zweiten Homerun des Tages aus dem Ballpark. In der Folge dominierten die Werfer das Geschehen: Levin wie auch der stark werfende Duncan Issaks ließen nichts Gravierendes zu, wenn man mal von dem Run von Isaaks nach Double von Gojkovic absieht. Die Gastgeber hätten in dieser Phase mehr aus ihren Möglichkeiten machen müssen, wurden aber gleich mehrmals bei halbherzigen Versuchen, eine Base zu „klauen“, erwischt. So dauerte es bis in die obere Hälfte des 6. Innings, bis die Falcons wieder Zählbares auf die Anzeigetafel bringen konnten. Ein Sac-Bunt von Horvatic brachte Jesse Oberst auf die 2. Base, und der konnte nach Single von Petersen auf 3:0 erhöhen, und den brachte Duncan Issaks mit seinem Basehit zum 4:0 nach Hause. Dies schien die Gäste aufgerüttelt zu haben, denn nun stemmten sie sich energischer gegen die drohende Niederlage. Jake Levin – an diesem Tag bei weitem nicht so effektiv wie weiland im Saarland – scorte nach eigenem Double zum 4:1, und mit homesteal gelang Tomic der Anschlusspunkt zum 4:2. Die Ulmer Antwort kam postwendend: Runs von Geiger, Jesse Oberst und Horvatic sorgten wieder für ein beruhigenderes Punktepolster, und trotz 2 weiterer Runs der Gäste ließen sich die Falcons nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Klaus Nicolici markierte das 8:4 für die Donaustädter, und Toni Horvatic, der ab dem 7. Inning auf dem Mount agierte, ließ nichts mehr anbrennen. Auch in diesem Match zeigten die Falcons eine überdurchschnittliche Angriffsleistung, was die 16 Hits, die Ulm verbuchen konnte, verdeutlichen. Wenn die Ulm Falcons an ihre gezeigten Leistungen anknüpfen, kann man den kommenden Aufgaben durchaus hoffnungsvoll entgegensehen.

Text A.A.

Foto: Eric Oehme