Auch beim letzten Spieltag der „Regular Season“ kamen die Ulmer Falken vom Auswärtsspiel mit leeren Händen an die Donau zurück. Beim unmittelbaren Tabellennachbarn, den Saarlouis Hornets, gab es mit dem 11:10 und 4:3 zwei hauchdünne Niederlagen, die den Aufsteiger erstmal am Tabellenende festsetzen. Bei dieser durchaus wichtigen Partie musste Coach Senad Sekic auf gleich drei Spieler verzichten, die die Reise an die Saar nicht mit antreten konnten. Und auch die äußeren Bedingungen waren alles andere als optimal, kämpften die Akteure doch gegen sehr hochsommerliche Temperaturen, was über die gesamte Spielzeit von über 5 Stunden fast an die Belastungsgrenze zu gehen schien.

In Spiel 1 des Tages erwischten die Gastgeber den eindeutig besseren Start. Nach drei schnellen Ulmer Aus gingen die Hornissen mit 4:0 in Führung, allerdings begünstigt durch eine Ulmer Feldverteidigung, die zu Beginn alles andere als Im Bilde war. Allein zwei der insgesamt 4 Errors der Falken sowie ein paar unglückliche Aktionen ließen die Mannen um Starting Pitcher Toni Horvatic (1IP, 3H, 4R, 3 ER, 2BB) in dieser Phase ziemlich alt aussehen, und das schien die Truppe geschockt zu haben, denn auch im 2. Durchgang brachte die Ulmer Offensive keinen Fuß auf den Boden. Anders die Hornets, die im Rückschlag zwei weitere Runs verbuchen konnten. Erst ab dem 3 Inning besannen sich die Falken wieder ihrer eigenen Qualitäten, und der nun werfende Jose Pimentel (7IP, 12H, 7R, 6 ER, 1 K, 2BB) hatte die Offensive der Hornets erstmal besser im Griff. In der oberen Hälfte des 4. Innings konnten die Donaustädter eine kurze Schwächephase von Pitcher Peter Mick und dessen Feldverteidigung nutzen und mit Runs von Pimentel und Antoniuk auf 2:6 verkürzen. Und dabei blieb es dann auch bis zum 6. Inning, wo 2 Runs der Hornets wieder für den 6-Punkte Rückstand sorgten. Und ab dem 7. Inning wurde es dann doch nochmal richtig spannend. Kruno Gojkovic scorte nach Balk zum 3:8, und Josh Petersen brachte die Falcons mit seinem 2-Run-Homer wieder in Schlagdistanz. Die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten: der beste Akteur der Hornissen, Jake Levin (4 von 5, 1 HR, 3 R, 5 RBI ) hielt mit seinem 2-Run-Homer dagegen, und es sah wieder nach einer klaren Sache für die Saarländer aus. Die wechselten in der unteren Hälfte ihren Pitcher, und dessen Kontrollprobleme nutzten die Falken aus. Mit einer 5-Punkt-Ralley gelang der Ausgleich im 9. Inning, und die Sache schien für die Gastgeber noch zu kippen. Allerdings brachte Ulm keinen weiteren Run zustande, und so scorten die Hornets im Rückschlag nach einem weiteren Error der Ulmer Verteidigung zum 10:11.

Spiel zwei sollte in Sachen Dramatik noch eine Schippe draufpacken. Als Pitcher begann Duncan Issaks (7 IP, 7 H, 3 R, 1 HR, 3 ER, 1 K, 2 BB), und der hatte die Offensive der Saarländer zunächst mal im Griff. 3 Innings passierte in der Offensive auf beiden Seiten nicht viel, vielversprechende Hits machten die jeweiligen Verteidigungslinien zuverlässig zunichte. Das erste Ausrufezeichen setzten die Falcons: nach Doubles von Petersen und Horvatic kam Pimentel zur ersten Ulmer Führung nach Hause, und Thomas Geiger erhöhte im 5 Inning nach wild pitch sogar auf 2:0. Es war erneut Jake Levin, der seine Mannschaft mit einem Double den Anschlussrun erzielen ließ. Doch zu mehr reichte es zunächst nicht; im Gegenteil, Toni Horvatic konnte im 8. Inning nach Error des Catchers der Gastgeber das 3:1 markieren und der mögliche wichtige Split lag in der heißen Sommerluft. Den kein anderer als Jake Levin bei einem Läufer aus Base mit einem krachenden 2-Run-Homer – seinem zweiten des Tages – wieder in weite Ferne rücken ließ. Das 9. Inning sah auf beiden Seiten dominierende Defensivaktionen, sodass ein Extra-Inning nötig wurde. Die Falcons brachten zwar Läufer auf die Bases, konnten aber daraus keine Kapital schlagen; anders die Gastgeber, die Levin mit Intentional Walk den ersten Läufer auf Base bekamen. Ein Walk ließ einen weiteren Runner zu, und bei einem Aus versagten die Umpire den Falcons ein sicheres Double-Play, was dieses Inning beendet hätte. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf: Ein passed ball nutzte der mit Abstand beste Akteur des Tages, Jake Levin, und krönte somit seine Leistung mit dem Siegpunkt zum 3:4 für die Saarlouis Hornets, die nun mit einem 6:20 Siegen auf dem 7. Tabellenplatz zu finden sind, mit zwei Siegen Vorsprung auf die Ulmer Falken.

Text: A.A.

Foto: Eric Oehme